Die falsche Fährte

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Deutscher Titel Die falsche Fährte
Originalsprache Schwedisch
Autor Henning Mankell
Umfang 512 Seiten
ISBN 978-3-423-21216-8
Veröffentlichung 1995
Veröffentlichung in Deutschland 2001
Verlag dtv

Die falsche Fährte (Originaltitel: Villospår) ist der fünfte Kurt-Wallander-Roman des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell. 1995 erschien er erstmals in Schweden, 1999 erstmals deutschsprachig beim Wiener Paul Zsolnay Verlag und im April 2001 als Taschenbuch bei dtv.

^Inhalt[Bearbeiten]

Es ist der Sommer des Jahres 1994. Ein junges Mädchen verbrennt sich vor den Augen von Kriminalkommissar Kurt Wallander in einem Rapsfeld. Dieser unfassbare Selbstmord ist der Auftakt zu einer Jagd nach einem grausamen Serienkiller, der seine Opfer allesamt skalpiert. Zu den Toten gehören ein pensionierter Justizminister, ein bekannter Kunsthändler, ein Hehler und ein Wirtschaftskrimineller. Für die Ermittler ist zunächst kein Zusammenhang zwischen den Ermordeten erkennbar.

Erst als Kommissar Wallander die Familie des vorletzten Opfers ins Visier nimmt, stößt er auf die Wahrheit, die er sich bis zum Schluss weigert zu glauben: der erst vierzehnjährige Sohn des Opfers hat die Menschen umgebracht, die er in irgendeiner Weise für das Schicksal seiner Schwester verantwortlich zeichnete. Sie ist nach einer Vergewaltigung vollkommen traumatisiert und wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

^Aussage des Romanes[Bearbeiten]

Im Mittelpunkt von Die falsche Fährte stehen insbesondere die Themen Zwangsprostitution und Menschenhandel. Dabei legt Mankell besonderes Augenmerk auf junge Mädchen, die unter falschen Versprechungen nach Europa gelockt werden. Somit dient das Buch auch als Sprachrohr für Mankells Gesellschaftskritik, denn im Roman sind die allerhöchsten, elitären Kreise (wie etwa der ermordete Ex-Justizminister) in den Frauenhandel und andere kriminelle Machenschaften involviert.

Wie für die gesamte Wallander-Buchreihe typisch erkennt der Leser auch hier am Ende wieder das allgegenwärtige latente Scheitern trotz Aufklärung der Verbrechen. Kommissar Wallander steht nach Abschluss des Falles vollkommen allein und desillusioniert da. Er fühlt eine furchtbare innere Leere angesichts seiner Erkenntnis, dass man die heutige Zeit und die Welt nicht verstehen kann. Alles, was für Wallander von der Ermittlung bleibt, sind sein Schmerz und seine Wut über die menschliche Barbarei.

^Verfilmungen[Bearbeiten]

2001 wurde der Roman in Schweden als TV-Krimi verfilmt (siehe Die falsche Fährte), die Hauptrolle übernahm erneut Schauspieler Rolf Lassgård, Regie führte Leif Magnusson. Die deutsche Fassung wurde 2001 vom ZDF synchronisiert und im Dezember desselben Jahres als Dreiteiler ausgestrahlt. Der Film ist die fünfte Wallander-Verfilmung, da die neueren Verfilmungen von der Chronologie der Bücher abweichen, und erschien am 16. September 2002 als DVD-Version inklusive der Dokumentation Die Welten des Henning Mankell.

Eine weitere Verfilmung der BBC wurde erstmals am 30. November 2008 auf BBC One ausgestrahlt. Es handelt sich um eine Produktion der BBC und der ARD mit Kenneth Branagh in der Hauptrolle. Kenneth Branagh war von Anfang an an der Produktion dieses Films beteiligt.

^Kritiken[Bearbeiten]

„Die Aufklärung dieses Falls hat nichts zu tun mit Aufklärung in einem weitläufigeren Sinn – sie ist voll Grauen und Finsternissen. Kurt Wallander hat recht, wenn er seufzt: ‚Jetzt haben wir also die Gewissheit, von der wir alle gehofft haben, sie bliebe uns erspart.‘“

– Süddeutsche Zeitung

„Sargschwarz inszeniert Mankell seine schwedische Geisterbeschwörung, in deren Verlauf sich ein Finanzhai, ein pensionierter Justizminister und ein kleiner Hehler als unbekannte Größen erweisen. Erzählerische Rasanz und schwedische Taschenspielertricks machen Die Falsche Fährte zu einem Muss.“

– Cosmopolitan

^Weblinks[Bearbeiten]

Wikipedia
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